Kleinkinder-Schaukeln auf öffentlichen Spielplätzen

Immer häufiger wird der Wunsch nach Kleinkinderschaukeln auf öffentlichen Spielplätzen und in Kindergärten geäußert. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: „Dürfen Kleinkindersitze zusammen mit „normalen“ Brettsitzen in einem Schaukelgestell aufgehängt werden?“

Die kurze Antwort lautet: „Ja!“

Zur Erläuterung:

Bei „normalen“ Schaukeln (laut DIN EN 1176: Schaukeln mit einer Drehachse, Typ 1) dürfen max. zwei Sitze pro Schaukelfeld aufgehängt werden. Wenn mehr als zwei Sitze aufgehängt werden, muss das Schaukelgerüst mit zusätzlichen Stützpfeilern unterteilt sein, dass pro Schaukelfeld max. 2 Sitze angeordnet werden.

Wird allerdings in einem Schaukelfeld ein Gruppenschaukelsitz (landläufig als „Vogelnestschaukel“ bekannt) angeordnet, so darf kein weiterer Schaukelsitz in diesem Schaukelfeld aufgehängt werden!

Schaukel-Kombination
Schaukelkombination Vogelnestschaukel und Brettsitzschaukel, unterteilt mit zusätzlichem Stützpfeiler

Befindet sich in einem Schaukelfeld ein Kleinkindersitz und ein Brett-Schaukelsitz stellt das  hingegen kein Problem dar.

Doppelschaukel mit Kleinkindersitz
Doppelschaukel mit Kleinkindersitz

Ein anderes Thema ist allerdings die Sinnhaftigkeit von Kleinkindersitzen. Wenn man sich vor Augen führt für welche Altersgruppe diese Sitze eigentlich gemacht sind und wie diese Sitze genutzt werden können, kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass mittlerweile die Kleinkindersitze einen relativ großen –vielleicht zu großen?- Anteil auf öffentlichen Spielplätzen einnehmen.

Für welche Altersgruppe sind Kleinkindersitze gedacht? Für Kinder, die bereits Sitzen können, aber noch nicht in der Lage sind selbstständig zu schaukeln.

Der Nachteil bei diesen vermeintlich sichereren Sitzen ist, dass durch den umlaufenden Bügel das Kind -selbst wenn es motorisch schon dazu in der Lage wäre zu schaukeln- gar nicht richtig schaukeln kann, weil es in der Bewegung eingeschränkt ist. Das Schaukelerlebnis ist somit deutlich eingeschränkt und wäre bei herkömmlichen Brettsitzen viel größer.

Besorgte Eltern/Großeltern unterliegen leider oft dem Irrglauben, dass die Kleinkindersitze sicherer seien, weil das Kind Dank des umlaufenden Bügels nicht abstürzen kann. Somit werden häufig Kinder, die eigentlich schon schaukeln könnten, in diese Sitze gesetzt und angeschupst, anstatt es den Kindern zu erlauben selbstständig zu schaukeln.  Damit werden die Kinder heutzutage leider häufig einer wertvollen Erfahrung beraubt. Denn was gibt es schöneres als selbstständig Schwung zu holen und gen Himmel zu schaukeln?

Was ist also die Alternative für kleinere Kinder, die noch nicht selbstständig schaukeln können?

Schwingspiel (Bauchschaukel) für Kleinkinder
Schwingspiel für Kleinkinder, keine Schaukel im Sinne der DIN EN 1176.

Für diese Altersgruppe gibt es sog. Bauchschaukeln. Hierbei handelt es sich um kleinere Schaukelgestelle an denen flexible Gurtsitze aufgehängt sind. Diese Sitze hängen etwas tiefer als normale Schaukelsitze, so dass die kleinen Kinder sich mit dem Bauch auf die „Sitze“ legen und sich selbst mit den Füßen anschupsen können. Hier kann jedes Kind nach eigenem Ermessen die Welt des Schwingens selbst entdecken. Geben wir ihnen die Möglichkeit dazu!